Wir. Dienen. Deutschland.
Bundeswehr
 
     
  Der Begriff Bundeswehr bezeichnet die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, die Bundeswehrverwaltung und die weiteren Organisationsbereiche, die im Geschäftsbereich des Bundesministerium der Verteidigung liegen.

Nach Artikel 87a des Grundgesetzes stellt der Bund Streitkräfte zur Verteidigung auf. Verteidigung umfasst heute allerdings mehr als die herkömmliche Verteidigung an den Landesgrenzen gegen einen konventionellen Angriff. Sie schließt die Verhütung von Konflikten und Krisen, die gemeinsame Bewältigung von Krisen und die Krisennachsorge ein. Dementsprechend lässt sich Verteidigung geografisch nicht mehr eingrenzen, sondern trägt zur Wahrung unserer Sicherheit bei, wo immer diese gefährdet ist.

Der Bundesminister der Verteidigung hat im Frieden die Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr inne. Im Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzler über (Art. 115b Grundgesetz). Da der Einsatz bewaffneter Streitkräfte einen Beschluss des Deutschen Bundestages voraussetzt, ist die Bundeswehr eine Parlamentsarmee.

Oberster militärischer Berater der Bundesregierung ist der Generalinspekteur der Bundeswehr mit dem Dienstgrad General oder Admiral. Er ist Angehöriger des Bundesministeriums der Verteidigung und truppendienstlicher Vorgesetzter aller Soldaten der Bundeswehr, jedoch den Staatssekretären im BMVg sowie dem Bundesminister (im Frieden) oder dem Bundeskanzler (im Verteidigungsfall) unterstellt (Primat der Politik).

Umfang und Struktur der Streitkräfte richten sich nach den Aufgaben, die ihnen die Politik zuweist, müssen aber auch finanzielle und demografische Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Die Bundeswehr ist in fünf militärische Organisationsbereiche und die zivile Wehrverwaltung gegliedert:
     
 
Das Heer
Dem Organisationsbereich Heer sind im wesentlichen alle Landstreitkräfte der Bundeswehr unterstellt. Die Aufgaben des Heeres sind in erster Linie das Aufklären und Bekämpfen feindlicher Truppen. Hierzu stehen dem Heer kämpfende und unterstützende Einheiten zur Verfügung.
 
     
Die Luftwaffe
Bereits im Frieden nimmt die Luftwaffe lufthoheitliche Aufgaben wahr. Sie überwacht den Luftraum Deutschlands und hält reaktionsfähige Verbände bereit. Im Rahmen von Bündnisverpflichtungen übernimmt die Luftwaffe weitere Aufgaben im Bereich luftgestützter Operationen.
 
     
Die Marine
Unter Marine versteht man die Seestreitkräfte Deutschlands. Ihr Auftrag ist der Schutz der Küsten und Küstenzugänge. Die Marine operiert in enger Zusammenarbeit mit den Bündnis- und Partnermarinen. Sie ist beteiligt an vier ständigen NATO-Einsatzverbänden und beteiligt sich an Einsätzen in der ganzen Welt.
 
     
Cyber- und Informationsraum (CIR)
Für die Bundeswehr sind Informationen eine Kernressource. Mit der Aufstellung des neuen militärischen Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum Anfang April 2017 sind die Grundlagen gelegt, um wirksame Cyber-Fähigkeiten der Bundeswehr zu bündeln, zu struk­tu­rie­ren, auszubauen und neu zu schaffen. Im Juli 2017 werden noch weitere Dienststellen in diesen Bereich wechseln. Ähnlich wie Heer, Luftwaffe und Marine für Land, Luft und See zuständig sind, wird der neue Organisationsbereich ganzheitlich für den Cyber- und Informationsraum verantwortlich sein und Deutschland mit digitalen Mitteln und Fähigkeiten verteidigen. Zusätzlich zur Cybersicherheit und IT werden auch die zentralen Teile des militärischen Nachrichtenwesens, das Geoinformationswesen und die operative Kommunikation im neuen Bereich gebündelt.
 
     
Der Sanitätsdienst
Der Sanitätsdienst der Bundeswehr stellt die medizinische Versorgung qualitativ hochwertig und für jeden Soldaten der Bundeswehr sicher. Maxime der sanitätsdienstlichen Auftragserfüllung ist es, den Soldaten im Falle einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Verwundung eine medizinische Versorgung zuteil werden zu lassen, die im Ergebnis dem fachlichen Standard in Deutschland entspricht.
 
     
Die Streitkräftebasis
Die Streitkräftebasis stellt die Unterstützung der militärischen Organisationsbereiche der Bundeswehr mit Material, Versorgungsgütern und Dienstleistungen sicher. Die Konzentration der Aufgaben in einem gesonderten Organisationsbereich gestaltet den Streitkräftebetrieb wirtschaftlicher. Das gilt vor allem für Planung und Führung von Einsätzen, Führungsunterstützung, Militärisches Nachrichtenwesen und Logistik.
 
     
Die Wehrverwaltung
Die Wehrverwaltung nimmt insbesondere Aufgaben zur Versorgung der Streitkräfte wahr. Dazu zählt die Bereitstellung von Zivilpersonal sowie die Ausstattung mit Material und Gerät im Einsatz. Zu den weiteren Aufgaben zählen die Fürsorge-, Betreuungs- und Rechtsangelegenheiten der Bundeswehr, die Gestaltung der Berufsförderung der Soldaten sowie die Zahlung von Löhnen, Gehältern und Versorgungsbezügen.
 
 
     
  Philosophie - Innere Führung
Das Leitbild der Inneren Führung ist der Staatsbürger in Uniform. Gesellschaftliche Integration, die Garantie der Grundrechte und die Gültigkeit rechtsstaatlicher Prinzipien für das militärische Handeln, ohne Abstriche an der Auftragserfüllung, bestimmen die Konzeption seit ihrer Entwicklung. Daran hat sich auch trotz erweitertem Aufgabenspektrum und Transformation der Streitkräfte nichts geändert. Dieses Verständnis von Innerer Führung hat wesentlich dazu beigetragen, die Bundeswehr zu einem festen, selbstverständlichen Bestandteil der Gesellschaft und zu einem zuverlässigen Instrument der Sicherheitsvorsorge unseres Landes zu machen.
 





  
   
  Die Innere Führung garantiert, dass die Streitkräfte grundlegende gesellschaftliche Entwicklungen flexibel aufgreifen, ohne sich kurzfristigen Modetrends anzuschließen. Offene Streitkräfte in einer offenen Gesellschaft sind das Ergebnis von Wehrpflicht und Innerer Führung. Sie prägen gleichzeitig eine zeitgemäße Führungskultur in der Bundeswehr. Zeitgemäß führen heißt, die soziale, politische und gesellschaftliche Situation der Soldatinnen und Soldaten bei der Erfüllung des militärischen Auftrags im eigenen Führungsverhalten zu berücksichtigen. Die Vorgaben und Grundsätze der Inneren Führung gelten für alle Soldatinnen und Soldaten.
   
  Die Bundeswehr braucht gut ausgebildete, charakterstarke und in der Urteilskraft gefestigte Soldatinnen und Soldaten, die auch in Krisensituationen unter hohem physischem und psychischem Druck bestehen können. Soldatische Tugenden wie Kameradschaft, Entschlussfreude, Standfestigkeit, Tapferkeit und Durchhaltevermögen bleiben daher für eine wirksame Aufgabenerfüllung unverzichtbar. Prozesse des gesellschaftlichen, sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und technologischen Wandels wirken sich unmittelbar auf die Streitkräfte und das berufliche Selbstverständnis von Soldatinnen und Soldaten aus.
   
  Die Werteordnung unseres Grundgesetzes gibt Ihnen festen Halt, gerade auch, wenn es um Einsätze jenseits der herkömmlichen Landesverteidigung geht, die in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in den Mittelpunkt gerückt sind. So entsteht schon im täglichen Dienst die verhaltensleitende Erfahrung, dass Konflikte am besten durch die Kraft des Rechts und die Möglichkeiten des Dialogs verhütet und gelöst werden können.
   
  Diese Erfahrung verleiht auch im Einsatz bei der Vermittlung zwischen Konfliktparteien und in der Friedenssicherung Verhaltensstabilität. Die Soldatinnen und Soldaten wissen aber auch, dass der Gebrauch militärischer Gewalt notwendig werden kann. Dazu sind sie bereit. Die Innere Führung vermittelt ihnen das notwendige Vertrauen in die Rechtmäßigkeit solcher Maßnahmen.
   
  Die Phänomene einer modernen Mediengesellschaft und das veränderte Informationsverhalten durch neue Technologien stellen auch die Streitkräfte vor neue Herausforderungen. Obwohl die elektronische Kommunikation ein Durchgreifen über Führungsebenen hinweg erleichtert, gilt unverändert der Grundsatz "Führen durch Auftrag".
   
  Dies schließt Handlungsfreiheit, Mitverantwortung und Mitwirkung ein. Freiräume für selbstverantwortliches Handeln auf allen Ebenen bleiben auch in Zukunft ein unverzichtbares Merkmal des Führungsverständnisses. Angesichts des gesellschaftlichen Trends zur Individualisierung ist die Chance zur dienstlichen Mitgestaltung des Arbeitsumfeldes ein bedeutender Attraktivitätsfaktor auch für die Streitkräfte. Zum Selbstverständnis als Staatsbürger in Uniform gehört deshalb die Einbindung der Soldatinnen und Soldaten in Entscheidungsprozesse.
   
  Angehörige der Bundeswehr haben das Recht, durch Vertrauenspersonen und Personalräte aktiv Einfluss auf ihren Dienst auszuüben. Durch sachgerechte Delegation von Aufgaben, Verantwortung und Verfügbarkeit über Haushaltsmittel wird ein kostenbewusster Umgang mit allen Ressourcen erreicht. Wirtschaftliches Handeln ist zur Führungsaufgabe geworden.
   
  Quelle: Bundeswehr-Karriere.de